Alles Placebo – oder was?


“Placebo-Effekt! Bildest du dir nur ein!” Ein häufiger Vorwurf, gerade was Naturheilkunde betrifft. Auch Nutzer von CBD Öl müssen sich das oft anhören. Was tun? Stiller Rückzug oder lautstarke Diskussion anzetteln? Handgemenge, weil man es nicht mehr hören kann? Und könnte der Andere nicht doch recht haben? Lies hier mehr darüber, was du tun kannst, um souverän mit der Situation umzugehen.


Was ist der Placebo-Effekt?

Du kennst das sicher: Du bist von etwas begeistert, zum Beispiel CBD Öl gegen Migräne oder etwas anderes aus der alternativen Heilkunde. Wenn du davon erzählst, kassierst du häufig skeptische Blicke. Und ganz sicher hörst du bald so etwas: „Das bildest du dir nur ein, denn CBD Öl wirkt bei dem Problem gar nicht. Placebo-Effekt!“

Der Placebo-Effekt ist uns allen ein Begriff: Er meint, dass eine Wirkung nur eingebildet ist. In der Medizin geht es ja vor allem um Wirkstoffe. Studien zu Medikamenten sind nur dann wirklich aussagefähig, wenn eine Kontrollgruppe dabei ist, die anstatt des Wirkstoffes einen Placebo erhält. Und wenn diese Kontrollgruppe NICHT dieselben Ergebnisse erreicht wie die andere(n) Versuchsgruppe(n).

Es gibt den Effekt nachweislich auch dann, wenn jemand weiß, dass er einen Placebo einnimmt! Voraussetzung ist nur jemand mit großer Expertise, der dem Patienten glaubhaft vermittelt: “Zwar nehmen Sie jetzt einen Placebo. Es kann sich aber trotzdem eine Besserung einstellen!”

Quelle: Spiegel-Bericht


Abgesehen davon, dass diese Kraft der Einbildung ganz gut ist – man könnte es auch Selbstheilungskraft des Körpers nennen:

Hast du dich schon einmal gefragt, weshalb dir sowas ausschließlich dann passiert, wenn du von alternativen Heilmitteln erzählst?

Oder wie hilfreich es für das Abwürgen einer Diskussion ist, den Frame „Placebo!“ zu öffnen?

Hast du dich überhaupt schon einmal gefragt, weshalb die wesentlich jüngere Pharmaindustrie die „normale“ Medizin sein soll? Wohingegen das, was seit Tausenden von Jahren hilft, nur „alternativ“ ist?


Hanf ist so ein uraltes Heilmittel. Und CBD ist ein Wirkstoff aus dem Hanf. Im neunzehnten Jahrhundert waren Hanftinkturen weit verbreitet in der westlichen Medizin. Verantwortlich war ein schottischer Arzt, der lange in Kalkutta praktizierte. O‘Shaughnessy brachte Hanf der Sorte Indica mit nach Europa und verteilte ihn umgehend an seine Arztkollegen. Und die setzten es bei vielerlei Leiden ein:

  • Migräne
  • Krämpfe
  • Rheuma
  • Schlafstörungen
  • Husten
  • und vieles mehr!

Quelle: leafly.de


Ist CBD Öl bloß Placebo?

Leider wurde diese gute Tradition radikal unterbunden durch die Jahrzehnte der Cannabis Prohibition. Wir spüren die Nachwirkungen des Ganzen bis heute: die mangelnden Kenntnisse, die fehlenden Studien, die Vorurteile – und den Vorwurf, all das sei nur Placebo.

Was ich glaube: Dieser Vorwurf ist eine Abwehrhaltung. Es gibt also zwei Möglichkeiten, dem zu begegenen. Entweder augenzwinkernd beteuern, man sei kein CBD Öl Dealer, der Gesprächspartner brauche also keine Furcht zu haben.

Wer darüber nicht lachen kann, weil er den Witz gar nicht begreift, für den brauchst du härtere Bandagen. Zum Beispiel dies hier.


So kannst du argumentieren: Warum der Placebo-Effekt hilfreich ist

Ich muss zugeben, dass ich davon bis vor Kurzem keine Ahnung hatte. Es geht um eine Gruppe pharmazeutisch hergesteller Medikamente, sehr beliebt und millionenfach verschrieben. Teils heftige Nebenwirkungen. Manche Menschen nehmen das jahrzehntelang. Muss also wirklich reinhauen!

Und was das Beste ist: Wenn du das nimmst, erzählt dir niemand „Das bildest du dir nur ein – hehe, Placebo!“

Klar, warum auch, diese Mittel sind ja nicht „alternativ“. Sie wurden vor Einführung geprüft und noch mal geprüft und mit Placebos verglichen. Und dabei stellte sich heraus, dass sie zum großen Teil nicht besser wirken als Placebos.

Huch? Nein, der Satz ist korrekt. Diese Mittel wirken kaum besser als Placebos.

Ach, ich habe glatt vergessen, zu erzählen, um was es geht.

Um Antidepressiva.

Antidepressiva aus der Pharmabranche wirken zu einem großen Teil nicht besser als Placebos. Auf dieser interessanten Seite findest du dazu einen guten Text und zahlreiche Quellen zum Beleg!

Quelle: Wirkung von Antidepressiva

Klarstellung. Ich bin nicht generell gegen Produkte der Pharmabranche. Sie haben mir schon oft und gut geholfen, etwa als ich nach einem Wespenstich mit Verdacht auf allergische Reaktion ins Krankenhaus kam.


Warum das Gerede vom Placebo nervt

Ich habe aber die Nase voll davon, dass immer wieder nach demselben Muster vorgegangen wird.

  • Du nimmst was aus der Naturheilunde? Kann ja nur PLACEBO sein!
  • Du nimmst was aus der Pharmaecke? Siehst du – es WIRKT!

So geht Legendenbildung.

Denk dir dein Teil, was wohl dahinterstecken mag.


Fazit: Auch Placebos helfen

Klar gibt es den Placebo-Effekt, auch bei CBD Öl. Es gibt ihn sogar krasser, als lange angenommen: Selbst wenn jemand weiß, dass er nur einen Placebo einnimmt, kann sich bereits Hilfe einstellen.

Wer wirklich Hilfe braucht, dem kann so etwas doch egal sein, oder?

Das ist kein Argument gegen das Funktionieren einer uralten Heilpflanze, wie Hanf es ist. Sollte es dir dennoch einmal über den Weg laufen, kannst du gepflegt kontern: Millionen Menschen schlucken täglich Antidepressiva, obwohl deren Wirkung nachweislich mehr auf dem Placeboeffekt beruht als auf dem Wirkstoff an sich. Wir befinden uns also in guter Gesellschaft!

In diesem Sinne wünsche ich dir eine möglichst entspannte Vorweihnachtszeit!


Entspannte Grüße – Susanne

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