Wie lange dauert eigentlich eine Migräne?

Lange dachte ich, die Dauer einer Migräne betreffe nur den Tag, an dem ich Schmerzen habe. Dass auch die Tage drumherum dazugehören, war mir nicht klar. Doch dieses Wissen ist wichtig. Denn es hilft, rechtzeitig zu reagieren, wenn sich eine Migräne ankündigt. Und es hilft, Anzeichen der nahenden Migräne von möglichen Auslösern zu unterscheiden. Da besteht nämlich manchmal Verwechslungsgefahr!

Dauer einer Migräne

Vorweg das Wichtigste: Dauern Kopfschmerzen bei Migräne länger als drei Tage, solltest du zum Arzt. Das ist nicht normal und kann Zeichen für etwas anderes sein!


Zugegeben, früher war ich auch so: Laufenlassen! Ins Bett, wenn möglich und schlafen. Tabletten? Pfff, brauch ich nicht. Außerdem sind die BÖSE!

Wer so handelt, riskiert chronische Migräne. Und voilà, das ist es, was ich habe.

Merke: Die Dauer der Migräne hängt von dir ab! Das tut sie auch, weil Migräne immer individuell ist. Ärzte werden daher versuchen, herauszufinden, was die Ursachen sind. Aber natürlich erforschen sie auch, wie sich ein akuter Anfall rasch bekämpfen lässt.


Tipp

Halte deine Migräne Tabletten immer bereit!


Wie gesagt, bei mir sind das seit Ewigkeiten frei verkäufliche Schmerzmittel. Aber erst im letzten Jahr habe ich gelernt, dass ich sie nicht erst dann nehmen sollte, wenn ich es nicht mehr aushalte. Aus zwei Gründen.

  • Kann sein, dann wirken sie nicht mehr. Je früher du sie nimmst, desto besser! Eventuell verkürzt sich dann auch die Dauer des Anfalls.
  • Langfristig kann falsches Verhalten bei Migräne diese chronisch werden lassen.

Zudem fühlt man sich gerade mit Migräne meist nicht mehr in der Lage, in die nächste Apotheke zu rennen. Dann nervt ja alles, und man will nur noch seine Ruhe.


Welche Phasen hat eine Migräne

Jede Migräne besteht aus vier Phasen.

  • 1 Vorboten
  • 2 Aura
  • 3 Schmerz
  • 4 Erholung

Insgesamt kann all das bis zu eine Woche dauern!


Der Name Aura Phase ist ein bisschen missverständlich. Nicht alle Betroffenen sehen wirklich eine Aura. Für alle Patienten lassen sich aber die Phasen deutlich voneinander unterscheiden.


1 Vorboten Phase (Prodromalphase)

Beginn: frühestens zwei Tage vorher.

Anzeichen: große Müdigkeit, Unkonzentriertheit, Empfindlichkeit gegen Reize. Heißhunger auf Süßes oder Fettes, Stimmungsschwankungen, Probleme mit der Verdauung, steifer Nacken.

Was solltest du jetzt tun: Termine absagen, sofern möglich. Richte dich auf mehrere Tage Stress ein. Kontrolliere deinen Medi-Vorrat. Besorge dir welche, sofern keine mehr da sind.

Ein Drittel aller Migräniker durchleben diese Phase bei jeder Migräne.

→ Der Heißhunger auf Süßes, welcher oft begleitend auftritt, wird häufig mit einem Auslöser verwechselt. Lange dachte auch ich, dass Süßes Migräne auslöst und versagte mir möglichst Schokolade und Co. Das führte aber nicht zu weniger Migräne. Nur zu weniger Genuss …
Mehr dazu habe ich schon mal hier geschrieben: Kenne deine Trigger.

2 Aura Phase

Verstärkte neurologische Ausfälle. Die Aura ist nur eines davon, selbst wenn die ganze Phase so heißt!

Anzeichen: Sehstörungen, Licht und Geräusche werden unerträglich. Möglich sind auch unerklärliches Kribbeln in Gliedmaßen sowie Gleichgewichtsstörungen.

Beginn: frühestens eine Stunde vor der nächsten Phase (Schmerzphase). Die beiden Phasen können sich auch überschneiden.

Dauer höchstens eine Stunde.

Was du jetzt tun solltest: Höchste Zeit, sich zurückzuziehen. Smartphone aus! Und am besten hinlegen, bei absoluter Ruhe. Ein abgedunkelter Raum hilft, manch einer schätzt auch eine kalte Kompresse auf der Stirn.

Ein Drittel aller Migräniker leidet daran!


3 Kopfschmerzphase

Anzeichen: Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit.

Dauer: von 4 bis 72 Stunden – oder länger.

Was du jetzt tun solltest: Wie Phase 2.


4 Rückbildung / Erholungsphase

Anzeichen: Schmerzfreiheit. Weiter Müdigkeit, Unkonzentriertheit, steifer Nacken.

Beginn: nach Abklingen der Schmerzen.

Dauer: bis zu 48 Stunden, also zwei Tage.


Rechnen wir alles zusammen, kann die ganze Migräne dich bis zu eine Woche außer Gefecht setzen.


Meine persönliche Migräne Erfahrung

Obwohl ich neulich auch mal drei Tage Migräne hatte und entsprechend lange brauchte, bis ich wieder fit war, ist sowas bei mir selten.

Normalerweise habe ich auch keine Aura, jedenfalls merke ich nichts davon.

Einmal pro Woche ist normal für mich und lässt sich aushalten. Die begleitenden Tage sind dann eben frei, ich kann mir als Freiberuflerin die Arbeit ja einteilen, wie ich will.

Dennoch bin ich eigentlich in krankheitsbedingter Teilzeit, was mich ärgert. Ich kann also aufgrund der Migräneanfälle nicht so viel arbeiten, wie ich gern wollte.

Denn jeweils einen Tag vor und einen Tag nach dem Schmerz bin ich unkonzentriert, launisch und fahrig. Danach zusätzlich noch extrem müde.

Dann kann ich zwar arbeiten, meine Leistung sinkt aber rapide. Im schlimmsten Fall mache ich Fehler.

Darum ist es wichtig, sich auch danach noch genug Ruhe zu gönnen.

Ein großer Fehler: gleich nach der Schmerzphase weiterackern! Selbst wenn es schwerfällt, weil in der Zeit der Migräne ja viel liegengeblieben ist. Aber gönn dir die Ruhe, du bist immer noch krank!


Das war es für heute. Achte auf dich, meide Stress und bleib gesund!

Entspannte Grüße – Susanne


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